Diese Informationen sind vor mehr als einem Jahr veröffentlicht worden und beziehen sich auf ein vergangenes Semester.

Daniel Green unterrichtet am Abendgymnasium Wien und setzt sich für Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaat ein. Mit diesem Beitrag macht er auf das Symposium im Gedenken an die Widerstandskämpfer:innen und Opfer des NS-Regimes zum 80. Jahrestag der Hinrichtung der ersten „Politischen“ im LG Wien am 30. Juni 1942 aufmerksam.

Anlässlich des 80. Jahrestags der Hinrichtung der ersten Widerstandskämpfer:innen gegen das NS-Regime findet das Symposium Diktatur und Widerstand von 29. Juni bis 1. Juli 2022 an vier Standorten in Wien statt. Das Symposium wird vom Verein „Justizgeschichte und Rechtsstaat“, dem Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte sowie dem Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien im Gedenken an die Opfer und Widerstandskämpfer:innen samt einem Appell für Erinnerungskultur und politische Bildung organisiert.

Neben einer Würdigung des hohen Einsatzes aller Widerstandskämpfer:innen, deren erste Hingerichtete im Landesgericht am 30. Juni 1942 zehn Eisenbahner aus St. Veit a.d. Glan waren, werden während des Symposiums Themen wie Dokumentation des Widerstands, Gedenkstätten, Transitional Justice und Politische Bildung wissenschaftlich beleuchtet und diskutiert. Abgerundet werden die Vorträge durch Lesungen und musikalischen Beiträge sowie die Abendveranstaltung am 30. Juni. Im Rahmen des Symposiums wird am 29. Juni nachmittags auch die vom Verein „Justizgeschichte und Rechtsstaat“ kuratierte Ausstellung „Demokratie – Menschenrechte – Rechtsstaat“ am Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte eröffnet.

Für die Teilnahme am Symposium ist eine Anmeldung obligatorisch.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne unter friedrich.forsthuber@justiz.gv.at und andreas.sauermoser@univie.ac.at zur Verfügung.

Das Programm der Tagung finden Sie im Downloadbereich.

Hier können Sie den Livestream der Podiumsdiskussion „Politische Bildung – Grundlage demokratischer Rechtsstaaten in der Europäischen Union“ nachsehen.

Datum: 29. Juni 2022 (Ganztägig) bis Freitag, 1. Juli 2022 (Ganztägig)

Ort: Haus der Europäischen Union, Landesgericht für Strafsachen Wien (Großer Schwurgerichtssaal) sowie Juridicum der Universität Wien (Dachgeschoss)

Mittwoch, 29. Juni 2022 Haus der Europäischen Union

10:30 – 12:30 PODIUMSDISKUSSION
Politische Bildung – Grundlage demokratischer Rechtsstaaten in der Europäischen Union

Moderation: Mag. Friedrich Forsthuber Obmann des Vereins „Justizgeschichte und Rechtsstaat”
DDr. Wolfgang Bogensberger
Stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich

Mati Randow
Schulsprecher GRG6 Rahlgasse

Rebekka Dober
Gründerin von Youth Empowerment Participation – Stimme der Jugend (YEP)

Dr.in Monika Sommer
Direktorin des Hauses der Geschichte Österreichs (hdgö)

Mag.a Sabine Mader
Hochschullehrende an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich

Univ.-Ass. Mag. Daniel Green, LL.M.
Department für Fremdsprachliche Wirtschaftskommunikation, Wirtschaftsuniversität Wien
Professor am Abendgymnasium Wien, Fach: Sprache und Recht

13:30 – 15:00 AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Eröffnung der Ausstellung „Demokratie – Menschenrechte – Rechtsstaat“
Eröffnung: Univ.-Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth
Wissenschaftlicher Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Grund- und Menschenrechte
Professor am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien

Justizgeschichte und Rechtsstaat: Zur Bedeutung von Geschichte und politischer Bildung sowie des Gedenkens

Mag. Friedrich Forsthuber Obmann des Vereins Justizgeschichte und Rechtsstaat
Ort des Gedenkens: Die Namensmauern im Ostarrichi Park sowie die Gedenktafel für alle Opfer des NS-Regimes

Mag.a Hannah M. Lessing Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus

Programm

Donnerstag, 30. Juni 2022 Großer Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes für Strafsachen Wien
10:00 GEDENKEN
Kranzniederlegung in der „Gedenkstätte“
Im ehemaligen Hinrichtungsraum im Erdgeschoss des Landesgerichtes für Strafsachen Wien wird der ersten im LG Wien vor 80 Jahren – am 30. Juni 1942 – hingerichteten „Politischen“ (zehn Eisenbahner aus St. Veit an der Glan und der Südsteiermark) sowie der übrigen rund 600 hier geköpften Widerstandskämpfer:innen gegen das nationalsozialistische Regime im Rahmen einer Kranzniederlegung gedacht.

11:00 BEGRÜSSUNG
Dr. Alexander Van der Bellen (Videobotschaft)
Bundespräsident der Republik Österreich

Dr.in Alma Zadić, LL.M.
Bundesministerin für Justiz der Republik Österreich

Mag. Friedrich Forsthuber
Präsident des Landesgerichtes für Strafsachen Wien
Musikalische Begleitung des Gedenktags: Chor des KSŠŠD (Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien/ klub slovenskih študentk in študentov na Dunaju)

11:45 PANEL I
Dokumentation des Widerstands
Lesungen aus den Büchern „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“ (Lisl Rizy und Willi Weinert) sowie „Josef Landgraf, Die weiße Rose von Wien“ (Ilse Schneider)

Prof.in Käthe Sasso
Widerstandskämpferin und Zeitzeugin

Ana Grilc
ehemalige Obfrau des Klubs slowenischer Studentinnen und Studenten Wien (KSŠŠD)

Dr. Winfried R. Garscha
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der NS-Opfer-Verbände und Widerstandskämpfer/innen Österreichs

Dr. Gerhard Baumgartner
Wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW)

Dr. Stefan Benedik
Kurator und Leiter des Teams „Public History“ am Haus der Geschichte Österreich (hdgö)

13:30 MITTAGSPAUSE
14:30 PANEL II
Gedenkstätten
„Gedenkstätte“ (ehemaliger Hinrichtungsraum) im Landesgericht für Strafsachen Wien

Mag. Mathias Lichtenwagner, Politikwissenschaftler
Gruppe 40 – Nationale Gedenkstätte, Gräber von Widerstandskämpfer:innen am Wiener Zentralfriedhof

Dr. Wilhelm Weinert, Historiker
Gedenktafel im Donaupark – ehemaliger Militärschießplatz Kagran

Mag. Thomas Geldmacher, Historiker und Politikwissenschaftler

15:15 PANEL III
Transitional Justice – Gerechtigkeit in Übergangszeiten
Transitional Justice – Entwicklung und aktuelle Herausforderungen

Dr.in Claudia Fenz, Richterin an internationalen Tribunalen, zuletzt am ECCC in Kambodscha
Das Recht auf Wahrheit bei Aufarbeitung der Verbrechen von Diktaturen und Kriegen

Univ.-Ass. Mag. Andreas Sauermoser, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien
NS-Kriegsverbrecherprozesse vor Volksgerichten und Geschworenengerichten in Österreich

Mag.a Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider, Wissenschaftliche Ko-Leiterin der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz

16:15 PAUSE
17:00 – 19:30 ABENDVERANSTALTUNG
Opfer und Widerstand aus vielen Nationen
Historischer Überblick und Moderation: Dr.in Ursula Schwarz
Historikerin am Dokumentationsarchiv des österr. Widerstands

Kurze Videobotschaften bzw Beiträge von Botschafter:innen der Länder, deren Staatsangehörige als Widerstandskämpfer:innen von der NS-Justiz verurteilt und am Landgericht Wien enthauptet wurden.

„De Zaak Jacob D.“ (Strafsache Jakob D.)
Koproduktion Theater na de Dam und Bostheater Amsterdam
Jakob Dirkmaat wurde vom Sondergericht zum Tod verurteilt und hier am 2. Juni 1943 enthauptet. Seine Enkelin Frances Sanders hat dessen Schicksal recherchiert und die szenische Theaterlesung initiiert.

Freitag, 1. Juni 2022 Juridicum der Universität Wien
Dachgeschoss
09:30 BEGRÜSSUNG
Univ.-Prof. Dr. Ronald Maier
Vizerektor für Digitalisierung und Wissenstransfer an der Universität Wien

ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Polaschek
Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung der Republik Österreich

Univ.-Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth
Wissenschaftlicher Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Grund- und Menschenrechte
Professor am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien

10:00 VORTRAG
Universität und Widerstand? – Opposition am Beispiel der Völkerkunde

Dr. Mag. Peter Rohrbacher
Senior Researcher am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

10:30 VORTRAG
Verbot der Todesstrafe aus menschenrechtlicher Perspektive

Univ.-Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth
Wissenschaftlicher Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Grund- und Menschenrechte
Professor am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien

10:45 KAFFEEPAUSE

11:30 PANEL V
Verurteilt und hingerichtet – Dunkle Seiten österreichischer Justizgeschichte

Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal
Vorständin des Instituts für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien

Dr.in Ursula Schwarz
Historikerin am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Mag.a Dr.in Brigitte Rigele
Leiterin des Wiener Stadt- und Landesarchivs

12:30 – 13:30 PUBLIKUMSDISKUSSION
Vertrauen in Politik und Rechtsstaat

Moderation: Mag. Friedrich Forsthuber
Präsident des Landesgerichtes für Strafsachen Wien

Inputs:
Univ.-Prof. Dr. Clemens Jabloner
Vizekanzler und Justizminister a.D.

Dr. Michael Häupl
Landeshauptmann und Bürgermeister der Stadt Wien a.D.

Mag. Hermann Dikowitsch
Leiter der Abteilung Kunst und Kultur Niederösterreich

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