„Es ist ausgeschlossen, dass alle Verhältnisse gut sind, solange nicht alle Menschen gut sind, worauf wir ja wohl noch eine hübsche Reihe von Jahren werden warten müssen.“ (Thomas Morus – Utopia)
„Man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen“(Martin Luther, Sendbrief über das Dolmetschen, 1530)

Ein Wahlpflichtfach als Spurensuche nach großen Debatten der frühen Neuzeit. Die Spurensuche führt die TeilnehmerInnen sowohl in Museen, Archive und früh neuzeitliche Gebäude als auch in die wesentlichen Texte:Vor 500 Jahren verfasste Thomas Morus seinen Roman „Utopia“. Das Werk enthält den Reisebericht eines Seefahrers, der einen idealen Staat auf einer Insel jenseits des Äquators gefunden haben will. Das Buch enthält wichtige Fragen nach Privateigentum, sozialer Gleichheit und gerechten Staatsoberhäuptern.
In den Städten werden neue liberale Stadtverfassungen diskutiert, Gelehrte greifen auf antike demokratische Strukturen zurück, Individualität und persönliche Gewissensfreiheit stehen im Mittelpunkt.Vor 500 Jahren standen die europäischen Gesellschaften vor großen Umbrüchen. Renaissance, Humanismus, Reformation, Buchdruck und neue Techniken des Schiffsbaus eröffneten neue Horizonte des Denkens.
Das WPF wird ergänzt durch entsprechende Exkursionen, zB „Alles, was Recht ist“ (Pöggstall NÖ) und auf den Spuren der Renaissance in Graz (zweitägig).
Mag. Hannes Stanik, Mag. Moritz Stroh