Viele bereiten sich gerade für die Matura vor. Die meisten unserer Studierenden befinden sich in der heißen Phase des Semesters. Und die Neueinsteigerinnen fragen sich, wie soll das alles gehen. Hier haben wir 66 sichere Tipps – und, natürlich: nicht alles gilt für jeden. Oft hat jemand eigene und bessere Erfahrung. Welche? Schreiben Sie uns Ih in den Kommentaren Ihre Tripps und Tricks für den Schullaltag – oder hier bei uns: für den Schulabend.

Packen Sie es an

  1. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Lernen. Sie besuchen nicht mehr eine Schule, in die Sie Ihre Eltern geschickt haben, und die LehrerInnen sitzen Ihnen nicht mehr erzieherisch im Nacken. JedeR hier ist da, weil sie/er es selbst will, nicht weil sie/er es muss. Es gibt viele Möglichkeiten zu lernen, auch außerhalb der Schulstunden. Ergreifen Sie jede Möglichkeit, die für Sie erreichbar ist.
  2. Riskieren Sie etwas. Die Abendschule ist nicht ausschließlich dazu da, gute Noten zu bekommen. Sie gibt Ihnen auch Zeit und Möglichkeiten, über die Welt und über sich selbst zu lernen. Eröffnen Sie sich neue Felder. Probieren Sie etwas Neues, lernen Sie neue Freundinnen und Freunde kennen!
  3. Erweitern Sie Ihren Horizont. Die Studiensemester an der Schule sind nicht nur dazu da, einen Abschluss zu erreichen, oder Ihre optimale Karriere zu fördern. Wählen Sie auch aus abseitigen Wissens- oder Tätigkeitsgebieten, die Sie interessieren. Nicht nur das, was Sie kennen ist interessant, und nicht nur der Arbeitsmarkt, Ihre FreundInnen und Ihre Familie stellen Anforderungen, sondern auch und vor allem Sie mit Ihren einzigartigen Interessen.
  4. Setzen Sie sich Ziele. Aktualisieren Sie sich diese Ziele jedes Semester neu. Das hält Sie motiviert und gibt Ihnen etwas, worauf Sie hinarbeiten können. Finden Sie die Ursachen, warum Sie manche Ziele erreicht haben, andere – vielleicht schon wieder – nicht. Wenn Sie aus Ihren Erfolgen und Misserfolgen lernen, haben Sie umso mehr Erfolg.
  5. Kennen und planen Sie Ihren Lernweg. Seien Sie sich über den Verlauf der Semester an der Abendschule im Klaren und stellen Sie Fragen, wenn etwas dabei unklar erscheint. Wer seine Möglichkeiten vorher kennen gelernt hat, hat mehr Zeit, Entscheidungen zu treffen.

Schulstunden und Mitschriften

  1. Bereiten Sie sich auf die Schulstunden eines Schultages vor. Wann immer Sie können, beschäftigen Sie sich mit den Inhalten, so als ob bald ein Test oder eine Schularbeit stattfinden würde. Sie nehmen aktiver am Unterricht teil und sind positiv motiviert und gefordert.
  2. Machen Sie sich mit dem Lehrplan dieses Semesters vertraut. Notieren Sie sich die Test- und Schularbeitstermine, schreiben Sie am Ende einer Stunde die Hausübungen oder empfohlenen Übungen auf. Erfahren Sie, was die LehrerInnen von Ihnen erwarten.
  3. Seien sie pünktlich, wann immer es geht. Besser noch: kommen Sie etwas früher. Setzen Sie sich hin und entspannen sich, bevor es losgeht. Unterhalten Sie sich mit MitschülerInnen und LehrerInnen.
  4. Kommen Sie zur Schule, wann immer es geht. Oft ist keine Wahl – Sie können nicht kommen. Wir wissen alle, wie anstrengend es ist, am Abend zu lernen! Wenn Sie die Wahl haben, müde oder gar nicht zu kommen, kommen Sie lieber müde. Sie sind dabei, und das ist wichtig! Wählen Sie einen Fernstudienlehrgang, wenn Sie mit der Anwesenheit Probleme haben, dort kennt man Ihre Situation und kann besonders auf Ihre Situation eingehen.
  5. Teilen Sie Probleme rechtzeitig mit. Melden Sie sich bei wichtigen LehrerInnen ab, wenn Sie längere Zeit nicht kommen können: beim Studienkoordinator oder bei LehrerInnen von Fächern, in denen Sie Probleme mit dem Abschluss befürchten.
  6. Seien Sie aufmerksam. Vermeiden Sie in der Klasse Ablenkungen durch Telefon, SMS oder Internet. Es ist verführerisch, Multitasking zu machen. Sie nehmen aber viel mehr auf, wenn Sie nicht abgelenkt sind. Behandeln Sie Ihre Anwesenheit in der Klasse wie ein wichtiges Geschäftstreffen. Ihre LehrerInnen werden das schätzen, auch Ihre MitschülerInnen und Sie lernen mehr.
  7. Stellen Sie Fragen. Reden Sie mit! Wenn Ihre LehrerInnen etwas sagen, was Sie nicht verstehen, haben Sie keine Angst, nachzufragen, um Klarheit herzustellen. Die Chance ist groß, dass gerade Ihre Frage auch andere stellen wollten, die sich nicht trauten. Fragen Sie auch, wenn Sie ein schlechtes Gewissen haben, weil Sie letztes Mal nicht da waren. Ihre LehrerInnen werden Sie aufmerksam machen, wenn Sie etwas nachlernen sollen.
  8. Schämen Sie sich nicht über mangelnde Deutschkenntnisse. Stellen Sie Fragen, wenn Sie deutsche Ausdrücke nicht verstehen. Führen Sie eine Vokabelliste im jeweiligen Fach, es wird Ihnen helfen, die Ausdrücke schneller zu verstehen.
  9. Schreiben Sie nicht alles auf. Notieren Sie das Wichtige, das was Sie behalten wollen. Schreiben Sie mit viel Platz dazwischen, das wahrt die Übersichtlichkeit. Stellen Sie sicher, dass Sie eine übersichtliche und vollständige Mitschrift führen.
  10. Arbeiten Sie Ihre Mitschriften nach dem Unterricht oder vor der nächsten Stunde noch einmal durch. Es ist oft hilfreich, die Mitschrift noch einmal neu zu schreiben und dabei ins Reine zu bringen. Markieren Sie mit Fragezeichen Stellen, die Sie in der nächsten Schulstunde klären möchte. Das sichert Ihren weiteren Lernerfolg.
  11. Organisieren Sie Ihre Mitschriften in unterschiedliche Mappen oder Unterteilungen. Es ist übersichtlicher, wenn sie Mathematik und Psychologie nicht in einem Kollegblock befinden. Die Test- oder Schularbeitsunterlagen zu finden, ist dadurch einfacher. Ihr schulisches Leben wird übersichtlich.
  12. Lernen Sie neue FreundInnen in Ihrer Klasse kennen. Setzen Sie sich auch an unterschiedliche Plätze, arbeiten Sie in unterschiedlichen Gruppen. Das erweitert Ihren Horizont und hält Sie aktiv und motiviert. Sie können auch Lerngruppen bilden, die sich gegenseitig helfen, wenn Schulstunden versäumt wurden, oder wenn es an die Test- oder Schularbeitsvorbereitung geht. Sie sind nicht alleine! Alleine zu lernen, kann gut sein, aber auch anstrengend.
  13. Vervollständigen Sie Ihre Mitschrift rasch, wenn Sie eine Stunde versäumt haben. Sie können dem Stoff leichter folgen und haben kein schlechtes Gefühl, weil sich große schwarze Löcher in Ihren Mitschriften ansammeln.

Lernen

  1. Gehen Sie Offline. Setzen Sie sich ein Ziel, was Sie machen wollen, und wie lange Sie sich Zeit nehmen dafür. Schalten Sie in dieser Zeit Facebook ab. e-Mail ab. Das Telefon ab. Wikipedia eventuell ein. Und halten Sie sich daran. Das ist am Anfang hart, aber ungemein wirkungsvoll. Das betrifft übrigens auch die Lehrer/innen.
  2. Suchen Sie sich einen guten Lernplatz. Fernseher und Telefon, laute Musik lenken ab. Wählen Sie einen Platz, den Sie gerne haben, und der Ihren Lerntätigkeiten gewidmet ist. Das muss nicht zuhause sein, auch in Bibliotheken oder anderen öffentlichen Räumen gibt es Ruhezonen, die sich zum Lernen sehr gut eignen.
  3. Entwickeln Sie Routinen. Einen Rhythmus zu finden, fördert Ihre Tätigkeit. Regelmäßigkeiten erleichtern Ihren Alltag, sie helfen Ihnen, konzentriert und diszipliniert zu bleiben. Ohne regelmäßige Abläufe können sich leichter Probleme einschleichen, die unerkannt bleiben.
  4. Machen Sie während des Lernens Pausen. Wenn Sie vor einer Prüfung viel lernen müssen, teilen Sie die Lernzeit in 50-Minuten Pensen, die durch 5 oder 10 Minuten Pausen getrennt werden. Niemand kann viele Stunden am Stück durchlernen.
  5. Lesen Sie mit. Der behandelte Stoff wird oft auch in Ihren Lehrbüchern dargestellt. Wenn Sie mit- oder vorlesen, sind Sie besser informiert und können das Gehörte besser einordnen.
  6. Führen Sie eine Frageliste. Alles was beim Lernen an Fragen auftaucht, notieren Sie auf dieser Liste. Klären Sie bei nächster Gelegenheit diese Fragen. Einmal daran gewöhnt hat dies einen unglaublich guten Effekt auf Ihr Wissen und Verständnis.
  7. Arbeiten Sie mit Markierungen. Unterstreichen Sie nur das wirklich Wichtige, und vermeiden Sie, ganze Seiten mit dem Leuchtstift zu übermalen.
  8. Verwenden Sie das richtige Papier. Es hat keinen Sinn, Mathematik auf liniertem Papier zu schreiben.
  9. Verwenden Sie Ihren Lieblingsstift. Irgendein Kuli tut es zwar auch, aber Sie entwickeln eine besondere Beziehung zum Notier-Prozess, wenn Sie bekannte, sympathische Dinge dafür verwenden. Farbige Überschriften helfen beim Lernen.
  10. Verwenden Sie ein Wörterbuch. Verbessern Sie Ihr Vokabular, in dem Sie unbekannte Worte beim Durcharbeiten Ihrer Mitschrift nachschlagen und aufschreiben.
  11. Suchen Sie sich einen oder mehrere LernpartnerInnen. Es ist einfacher, gemeinsam zu lernen. Sie bleiben motivierter und können leichter auf Probleme kommen und diskutieren, wie sie diese Probleme lösen könnten. Wenn Sie diese Lernpartner auch wechseln, lernen Sie viele Menschen kennen.

Teste, Schularbeiten und Prüfungen

  1. Beginnen Sie mindestens drei Tage vorher zu lernen. Lernen Sie zwei oder drei Stunden pro Tag, wenn Sie Zeit haben. Warten Sie aber nicht bis zum Tag vor der Prüfung, und lernen dann eine lange Zeit am Stück. In kleineren Dosen bleiben Sie konzentrierter. Sie haben mehr Erfolgserlebnisse und Ihr Selbstvertrauen steigt.
  2. Sprechen Sie mit LehrerInnen, bevor Sie eine Prüfung, Schularbeit oder einen Test versäumen werden. Vieles kann man regeln, wenn man vorher darüber spricht, nachher ist es meist schwierig und endet in beidseitiger Unzufriedenheit.
  3. Gehen Sie vor einer Prüfung früh schlafen. Wenn Sie erholt sind, sind Ihre Leistungen besser. Sie wollen ja während einer Prüfung nicht schläfrig sein.
  4. Sprechen Sie mit Ihren LehrerInnen bei Lernproblemen. Erzählen Sie, wenn Sie besondere Prüfungsangst haben, oder andere Probleme, die Ihren Prüfungserfolg bedrohen könnten.
  5. Kommen Sie frühzeitig. Wenn Sie 10 Minuten vor der Schularbeit da sind, können Sie zur Ruhe kommen und sich auf die Herausforderung konzentrieren.
  6. Lesen Sie sich die Aufgabenstellungen zu Beginn gut durch. Seien Sie sicher, dass Sie verstehen, was gefragt wird. Verstehen Sie die Punktverteilung, damit Sie nicht den Großteil der Zeit für etwas verwenden, das nur wenig zur Note beiträgt. Überlegen Sie sich vorher, wie viel Zeit sie pro Aufgabe etwa brauchen werden bzw. brauchen wollen. Beantworten Sie das zu Beginn, was Sie gut können und setzen Sie danach mit den schwierigeren Fragen fort.
  7. Schauen Sie sich auch die Rückseite des Angabeblattes an. Nichts ist schlechter, als einen Test zurückzubekommen, den man nur zur Hälfte gemacht hat.
  8. Schreiben Sie Ihren Namen auf jedes Blatt. Nichts ist schlechter, als einen Test nicht zurückzubekommen, den man geschrieben hat.
  9. Lesen Sie die Frage gut durch, bevor Sie loslegen. Seien Sie sicher, dass Sie sie verstehen und beginnen erst dann. Stellen Sie sicher, dass Sie jede Frage beantwortet haben, bevor Sie Ihre Arbeit abgeben. Streichen Sie jene Teile Ihrer Antwort durch, die Sie nicht für richtig halten.
  10. Zögern Sie nicht, bei einer Prüfung zuzugeben, dass Sie ein Frage nicht verstanden haben. So können Sie Missverständnisse ausschließen.
  11. Nützen Sie frühe Prüfungstermine. Wenn Sie auf den letzten möglichen Moment für eine Prüfung warten, wird sich Ihre Arbeitsbelastung ballen und es kann auch sein, dass Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Wunschtermin zu erhalten, da vielleicht zu viele zu lange gewartet haben.

Arbeiten schreiben

  1. Beginnen Sie mit Langzeitarbeiten frühzeitig. Oft wissen Sie nicht, was Sie bei der Lösung der Aufgabenstellung erwartet, die Recherchen können auch länger dauern, weil das Thema interessant ist – auch damit muss man rechnen!
  2. Schreiben Sie sich vorher auf, worüber Sie schreiben wollen. Ein gut überlegtes Inhaltsverzeichnis erleichtert das Schreiben Ihrer Arbeit ungemein. Sie sparen ein Mehrfaches der Zeit beim Schreiben ein, die Sie für die Erstellen des Inhaltsverzeichnisses brauchen. Ihre Ideen werden sich besser entwickeln.
  3. Glauben Sie nicht alles, was im Internet steht. Das Internet ist ein mächtiges Lern- und Researchwerkzeug, aber die Chance ist durchaus vorhanden, dass das, was Sie finden, falsch ist. Dies gilt natürlich auch für Wikipedia – die freie Online Enzyklopädie, bei der jeder mitschreiben kann.
  4. Don‘t copy and paste. Kopieren Sie keine Texte aus dem Internet. Schon gar nicht ohne Quellenangabe (das darf man nicht). Kopieren erzeugt keine neue Sichtweise sondern wird Ihren Lehrer ärgern, der die Texte aus dem Netz üblicherweise kennt, da sie auch von Ihren KollegInnen immer wieder verwendet werden. Alles was Sie selbst schreiben, geht durch Ihren Kopf, und ist besser als jeder noch so gut kopierte Text.
  5. Geben Sie Ihre Quellen an. Plagiarismus ist weder freundlich, noch bringt er Sie weiter. Darüber hinaus kann Plagiarismus auch ein Grund für die Nichtanerkennung Ihrer Arbeit sein.

Ressourcen der Schule

  1. Suchen Sie Hilfe, wenn Sie alleine sind oder deprimiert. Reden Sie mit ihrem Studienkoordinator oder dem Coach unserer Schule über professionelle Hilfe – die gibt es und bringt Sie weiter, wenn es Probleme gibt.
  2. In einer Bibliothek können Sie lernen und lesen, oder auch den Computer verwenden. Es ist zwar leichter, Begriffe zu googeln, aber in Ruhe in einem Fachbuch oder Lexikon nachzulesen ist eine Erfahrung, die vielen gefällt.
  3. Lernen Sie Ihre LehrerInnen kennen. Wenn Sie persönliche Kontakte zum Schulpersonal pflegen, wird Ihnen das auch helfen, wenn Sie einmal ein Empfehlungsschreiben brauchen, oder Hilfe im Fernstudium.
  4. Besitzen Sie eine Liste der Sprechstunden der LehrerInnen. Vereinbaren Sie am besten schon vor Ihrem Besuch in der Stunde davor, dass Sie kommen wollen, dann weiß er/sie Bescheid und kann sich auch auf Ihren Besuch vorbereiten, falls das notwendig ist. Sie haben mehr davon. Versuchen Sie, Ihre Professoren einmal pro Semester zu besuchen, wenn Sie in einem Fach Probleme haben oder auch besondere Perspektiven planen (Fachbereichsarbeit, Spezialgebiet, Matura).
  5. Kennen Sie Ihre Rechte. Es ist keine Unart, die benotete Schularbeit noch einmal durchzusehen, ob Ihre LehrerInnen nicht eventuell Punkte vergessen haben. Sie sollten sich auf jeden Fall melden, wenn Sie glauben, dass Ihnen noch Punkte zustehen.
  6. Kennen Sie den Instanzenweg. Bei Problemen sprechen Sie zuerst mit dem betroffenen LehrerInnen, wenn das nicht hilft, mit Studienkoordinator, wenn das nicht hilft, mit der Administration, wenn das nicht hilft, mit der Direktion, wenn das nicht hilft, mit dem Stadtschulrat, wenn das nicht hilft mit dem Unterrichtsministerium, und wenn das nicht hilft, denken Sie an alle weiteren Mitteln der Demokratie, unter anderem die Demonstration, VolksanwältInnen, rechtliche Mittel, etc.
  7. Seien Sie selbstbewusst. Ihr Wunsch, die Matura zu machen, ist nicht nur für Sie, sondern auch für die gesamte österreichische Volkswirtschaft von Vorteil.
  8. Kennen Sie Ihre Pflichten. Erkundigen Sie sich, ob und wie viel Sie anwesend sein müssen oder dürfen, ohne administrative Probleme zu bekommen, welche Leistungen Sie erbringen müssen, wo Sie lügen dürfen, und wo Sie einfach selbst schuld sind, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es Ihnen nützt und Sie es gerne hätten. Viele Dinge kann man in einem persönlichen Gespräch mit den Betroffenen vorher am besten lösen.
  9. Seien Sie freundlich und stark gegenüber dem Schulpersonal. LehrerInnen können manchmal durch die Vielzahl an administrativen Tätigkeiten und Kontakten mit SchülerInnen neben der eigentlichen Lehrtätigkeit überfordert sein und auf Ihre Wünsche vielleicht nicht so eingehen, wie Sie sich das vorstellen. Eine gute Mischung aus Freundlichkeit und Beharrung dient Ihnen und Ihrem Anliegen. Vereinbaren Sie vielleicht besser einen Termin in der Sprechstunde, statt zwischen Tür und Angel ohne ausreichend Zeit Ihr Anliegen zu besprechen.

Karriereplanung

  1. Erarbeiten Sie einen Lebenslauf. Auch wenn noch nicht viel drinnensteht ist ein Lebenslauf eine wichtige Visitenkarte. Es ist keine schnelle Sache, so etwas zu verfassen, eher ist es eine weitergehende Arbeit. Dieses Dokument ist notwendig, um einen Arbeitsplatz zu bekommen, oft auch für einen Studienplatz an einer Fachhochschule oder Universität. Verwenden Sie Stunden dafür, wenn notwendig. Zeigen Sie den Lebenslauf jemandem, der ihn gegebenenfalls verbessern kann.
  2. Lassen Sie Ihren Lebenslauf korrekturlesen. Manche Fehler fallen Ihnen selbst nicht mehr auf.
  3. Überlegen Sie sich, was Sie in 10 Jahren machen möchten. Wer konkrete Wünsche hat, kann zwar manchmal enttäuscht werden, kennt aber die Richtung des Weges bei der nächsten Abzweigung.
  4. Trainieren Sie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Vollständigkeit Ihrer Unterlagen. Seien Sie bei Jobinterviews pünktlich. Eh klar.

Zeit-Management

  1. Verschleppen und verzögern Sie nichts. Verschleppen und verzögern sind die beliebtesten Taktiken, um unangenehme Aufgaben erfolgreich vor ihrem Abschluss zu bewahren. Wenn Sie Ihre Aufgaben frühzeitig beenden, bestehen die Chancen Feedback und Möglichkeiten zur Verbesserung zu erhalten.
  2. Verwenden Sie einen Kalender um über Ihre Termine und Aufgaben Buch zu führen, und tragen Sie die fixen Termine eines Semesters ein. Eine Deadline zu versäumen ist indiskutabel, wenn man sie bloß vergessen hat. Wenn Sie eine Arbeit nicht rechtzeitig abschließen können, sprechen Sie vorher mit Ihrem Professor/Professorin.
  3. Bestimmen Sie Ihre Prioritäten: für den Tag, für die Woche. Viele Aufgaben gleichzeitig zu absolvieren ist schwierig, eine genaue Reihung der Wichtigkeit hilft Ihnen, nicht ständig von den unbearbeiteten Aufgaben abgelenkt zu werden.
  4. Die Zeit könnte durchaus auf Ihrer Seite sein. Jede Woche hat 168 Stunden, wenn Sie 56 Stunden für Schlaf und 40 Stunden für die Schule reservieren, bleiben Ihnen noch 72 Stunden für alles andere. Für Berufstätige gelten allerdings hier andere Werte.
  5. Vermeiden Sie Zeitfresser. So lustig es ist, die ganze Nacht fernzusehen oder am Computer zu hängen, mit Freunden zusammen sein, die nicht die Abendschule besuchen, vielleicht sollte man das nach die Schularbeit oder nach die Abgabe der Arbeit verschieben.

Überleben

  1. Ernähren Sie sich gesund. Ein Kebab oder eine Pizza jeden Tag entspricht nicht unbedingt dem Ideal einer ausgewogenen Ernährung. Denken braucht Vitamine.
  2. Betreiben Sie Sport. Leibesübungen gibt es nicht mehr an der Schule. Aber jede private Art körperlicher Betätigung wird gut tun.
  3. Entspannen Sie sich. Sinnvolle Entspannungsübungen (Yoga) helfen, wieder auf den Boden zu kommen, wenn alles andere chaotisch erscheint.
  4. Sagen Sie auch „nein“. Sie bleiben damit auf der sicheren Seite, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihnen etwas gut tut: Drogen, Seven & Crime, und was sonst noch alles zur Vergrößerung der Probleme von uns Menschen beitragen könnte.
  5. Haben Sie Spaß. Mit sich, der Schule, Ihren FreundInnen, dem Leben allgemein. Nützen Sie all das Positive (und auch das Negative), das Ihnen widerfährt. Unbestätigten Berichten zufolge haben wir nur dieses eine Leben. Lassen wir es nicht an uns vorbei streichen.

Quelle: Abendgymnasium Henriettenplatz, Wien; Lothar Bodingbauer, Ulla Reisinger; unter Verwendung von Unterlagen der Online Education Database http://oedb.org