Die zunächst ins Auge gefassten Minidramolette Antonio Fians, die zwar tagespolitische Brisanz und pointierten Sprachgebrauch an den Tag legen, erwiesen sich letztendlich als schwer umsetzbar. Die unabdingbare Kürze der einzelnen Szenen, wobei die diversen Dramolette ein bis vier Minuten dauern, hatte zur Folge, dass sowohl die Darsteller als auch dann die Zuseher einem permanenten Wechsel von Situationen und Gegebenheiten ausgesetzt worden wären. Es wäre folglich auch notwendig gewesen, die recht disparaten Einzelelemente in einen umfassenderen Rahmen in Form eines „verbindenden“ Moderators z.B. zu „pressen“. All diese Schwierigkeiten ließen den Ruf nach einem Stückwechsel wach werden.

Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame

Schnell hatten die theaterbegeisterten Studierenden einen Alternativvorschlag parat, weil Dürrenmatts Tragikomödie um die späte Rache der so enttäuschten Milliardärin doch ein für die Theatergruppe neues Sujet bieten kann und weiters neben der Affinität zur griechischen  Tragödie auch jede Menge komischer Züge vermitteln mag. Zum aktuellen Stand der Probenarbeiten: das Original wurde gekürzt, die größeren und mittleren Rollen sind vergeben, wobei sich schon eine überraschende Besetzungsvariante für das Eunuchenpaar ergeben hat. Nur für die eine oder andere Kleinstrolle wird noch eine Besetzung gesucht.

Hauptrequisit: Ills Sarg

Auch für das zentrale Requisit des Stücks wurde schon Vorsorge getroffen: ein Bestattungsunternehmen in Schulnähe hat sich bereit erklärt, der Theatergruppe für die Aufführungen, die für April 2017 vorgesehen sind, einen Sarg leihweise zur Verfügung zu stellen.