Derzeit berichten auch österreichische Medien über eine Änderung des Schwedischen Sexualstrafrechts. Man(n) müsse nun schriftlich vereinbaren, dass Sex stattfinden darf.

Was sich wie eine recht komplizierte Angelegenheit liest, ist eigentlich ganz gut nachvollziehbar, wenn man es aus Sicht eines Opfers von Vergewaltigung betrachtet: Bisher musste es laut Schwedischem Recht ein „Nein“ formulieren, wenn es keinen Sex wollte. Das Opfer wurde in die aktive Rolle gesetzt, Schweigen konnte als „schweigende Zustimmung“ gedeutet werden.

Mit der kommenden Änderung wird der Täter in die Rechtfertigungspflicht gesetzt. Es ist ein klares „Ja“ erforderlich, und Schweigen kann nicht mehr als Zustimmung gedeutet werden. Da bei nicht-einvernehmlichem Sex oft ein Autoritätsgefälle vorliegt (#metoo), das Opfer traute sich nicht, das „Nein“ zu formulieren, nimmt die Forderung nach einem aktiven „Ja“ dem Täter stärker in Rechenschaftspflicht. „Kein Nein“ wird also jetzt in Schweden – rechtlich – „ein Nein“ sein. Es gibt viele Wege, ja zu sagen. Schriftlich muss das nicht sein.

Dass Menschen, die sich mögen, durchaus locker damit umgehen können, zeigt eine Erklärung der Schwedischen Botschaft zum geplanten neuen Gesetz:


 

Warum steht dieser Beitrag auf der Homepage einer Schule?

Es steht im Lehrplan.

 

Die Studierenden sind zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit sich selbst und mit anderen anzuleiten, insbesondere in den Bereichen Geschlecht, Sexualität und Partnerschaft. Sie sollen lernen, Ursachen und Auswirkungen von Rollenbildern, die den Geschlechtern zugeordnet werden, zu erkennen und kritisch zu prüfen.

 

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