Wien, 18. Dezember 2018

Was gibt es Neues an den Abendgymnasien? Der Newsletter aus dem Wiener Abendgymnasium für Lehrer:innen an Abendgymnasien im deutschsprachigen Raum.

http://wien.abendgymnasium.at/newsletter201812/

Aktuelles

Das Abendgymnasium Linz feierte am  am 29.11. seinen 90. Geburtstag. – Ein Bericht von Marion Lasinger

Foto: HAI

Die Gründung

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden Volksheime und Turnvereine für Arbeiter. 1928 war es dann so weit: Man hatte erkannt, dass bildungshungrige Arbeiter, deren wirtschaftliche oder private Umstände es nicht erlaubt hatten, eine höhere Schule zu besuchen, neben dem Beruf die Möglichkeit bekommen sollten, im 2. Bildungsweg die Reifeprüfung abzulegen – die damals so genannte „Arbeitermittelschule“ wurde als erste ihrer Art in Linz gegründet. Der Generation, die durch den Ersten Weltkrieg ihre Jugend verloren hatte, wurden neue Türen geöffnet.

Ein historischer Rückblick -9 x 10

Maria-Luise Walser und Ercan Sen, der Vertreter des Absolventenverbandes, lasen abwechselnd 9 Zitate aus der damaligen Presse und aus diversen Jahresberichten vor: Es ging um mehr Licht, weniger Religion, den Zauber von Latein und den geforderten Fleiß der Studierenden.

Lehrende und Studierende im Publikum sprachen im Anschluss ihre 10 heutigen Wünsche an unsere Schule aus: Es ging wieder um mehr Licht, um Lebendigkeit und Gemeinschaft.

Begrüßungsreden

In der Zwischenzeit ist viel geschehen, hat sich viel verändert. Der Grundgedanke von 1928 ist derselbe geblieben. Jungen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer den Weg zurück in die Schule suchen, um sich zu bilden, soll die Chance gegeben werden, den Ausbildungsweg einzuschlagen, den sie anstreben.

Allein in den letzten Jahren gab es zahlreiche Neuerungen: Quereinsteigersemester für Schulabbrecher der 6. Klasse, der 7. Klasse und ein Brückenmodul für Studierende mit nicht deutscher Muttersprache.

Diese Neuerungen griff Frau Dir. Mag. Andrea Etzlstorfer in ihrer Begrüßungsrede auf. Sie hob das Besondere an der in ihrer Struktur modernsten Schulform hervor.

Sie forderte im Anschluss Herrn HR Mag. Günther Vormayr dazu auf, mit ihr den Geburtstagskuchen zum Leuchten zu bringen.

Herr HR Mag. Vormayr ging in seiner Rede auf Erfindungen des Jahres 1928 im naturwissenschaftlichen Bereich ein, philosophierte über das Alter und kam zum Schluss, dass unser Abendgymnasium mindestens so kostbar ist wie die besten Weine des Jahres 1928, Château Margaux und Château Latour, die heute von unschätzbarem Wert sind.

Literatur- und Foto-Wettbewerb

All das galt es zu feiern. Johanna Enzenhofer und Marion Lasinger, die Organisatorinnen der Veranstaltung, schrieben deshalb vor den Sommerferien einen Literatur- und Fotowettbewerb mit dem Titel „wer weiß…“ aus. Es gab zahlreiche Preise, die von Geschäften aus der unmittelbaren Nachbarschaft zur Verfügung gestellt wurden.
Die beiden Gewinner bekamen zusätzlich die „Goldene Eulalia“ überreicht, unsere Logo-Eule, die auch auf der Homepage als „Prof. Eulalia, Gastprofessorin für Weisheitslehre und Flugtechnik“ guten Rat gibt.

Das Foto von Melike Ilhan

Zahlreiche Fotos wurden eingereicht, aus denen eine Jury die besten 10 auswählte. Gewonnen hat das Foto von Melike Ilhan. Das schlichte Schwarz-Weiß-Foto zeigt eine an der Donau im Gras sitzende Frau von hinten. Ein besinnliches, melancholisches Bild, das viele Fragen aufwirft. Wer weiß, woran sie denkt? Wer weiß, was sie erlebt hat?

Der Text von Admir Ibrahimovic

Beim Literaturwettbewerb wurden teils Gedichte oder Sachtexte abgegeben, teils Prosatexte. Gewonnen hat der Text „Löwenzahn“ von Admir Ibrahimovic, der sich als hervorragender Geschichtenerzähler erwies. Die Geschichte handelt von kriminellen Jugendlichen, dem Tod des einen, der Inhaftierung des anderen.

Die Vollbusige gab mir eine Ohrfeige und verhinderte, die Idioten weiterhin ignorieren zu können. „Es gibt Zeugen, die Ihre Aussage bestätigen“, sagte der Dolmetscher. Vielleicht gehe ich auch wieder zur Schule, dachte ich. Wer weiß.

Der Text besticht durch seine eindringlichen Bilder, seine pointiert gesetzten Metaphern, durch realistische Dialoge und durch die integrierten lyrischen Elemente.

Link zum Text

Autoren-Lesung

Vorgetragen wurde der Text „Löwenzahn“ von unserem Gast und Jury-Mitglied, der Ottensheimer Autorin Gabi Kreslehner, die unser spezielles „Geburtstagsgeschenk darstellte.

Sie las aus eigenen Werken: eine Elternsprechtagsszene aus „In meinem Spanienland“ und den Beginn eines neuen Romans „Indian Summer“, der auch die Zwischenkriegszeit, also die Zeit der Gründung unserer Schule, aufgreift.

Musikalische Umrahmung

Untermalt wurde die Veranstaltung von Clara Steinkogler am Cello und Siegfried Steinkogler an der Gitarre, die mit beschwingten Stücken (Bach und Boccherini) für die musikalische Untermalung sorgten.

Projekt „Stimmen hören“

Vor und nach der Feier konnten die zahlreichen Mitfeiernden (War der Festsaal jemals so voll?) die 10 besten Fotografien betrachten.
Die 10 Texte wurden von unseren Besuchern gelesen und bestaunt. Sie waren auf großen Pappkartons aufgeklebt und in den Fensternischen des Festsaales aufgestellt.

Im Hintergrund war das von den Organisatorinnen initiierte Projekt „Stimmen hören“, von Michael Enzenhofer technisch ermöglicht und unterstützt, in Form einer Klanginstallation zu hören.

40 Stimmen von Studierenden erklangen über die Lautsprecher. Sie erzählten, warum sie am Abendgymnasium sind, was für sie die größten Herausforderungen sind, und was sie unter Bildung verstehen.

Ausklang am Buffet

Ein Buffet bei Kerzenlicht mit Keksen, Rouladen, Kuchen, Schaumrollen, Knabbereien – in kürzester Zeit war alles weg. In Erinnerung geblieben sind nette Gespräche mit Studierenden, Lehrern, Absolventen und Gästen, die aufgrund der Zeitungsmeldung der Feier beigewohnt haben.

Schwerpunkt „Neue Matura“

Seminar in Klagenfurt am 21. und 22. November 2018 für Abendschullehrer:innen. Alles Wichtige zur neuen Matura.

1. 
Erwachsenenorientierte Vorbereitung auf die standardisierte Reifeprüfung an Abendgymnasien

Bericht von Andrea, Marina, Johannes, Christa, Julia, Brigitte und Lore vom Abendgymnasium Linz

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Nach ein paar Tagen Abstand ist es uns noch einmal ein Bedürfnis, allen mitzuteilen, wie bereichernd das Seminar zur standardisierten Reifeprüfung in Klagenfurt von 21.-22.11. für uns war. Wir 6 Linzerinnen + 1 Linzer konnten aus dem dichten Programm viele kompakte Informationen sowie konkrete Anleitungen und Tipps mit nach Hause nehmen und darüber hinaus erneut die Gewissheit, wie wertvoll so ein Austausch innerhalb der Abendgymnasien Österreichs ist.

Die äußerst kompetenten Referentinnen und Referenten berichteten uns am ersten Vormittag ausführlich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen der standardisierten Reifeprüfung, über die Besonderheiten der schriftlichen Reifeprüfungen aus Deutsch, den lebenden Fremdsprachen und Mathematik sowie die Erfordernisse der mündlichen Reifeprüfung.

Am Nachmittag wurden diese Informationen dann in Arbeitsgruppen zu den Fächern Deutsch, lebende Fremdsprachen, Mathematik, Geografie, Biologie und Geschichte konkretisiert und vertieft, und wir erhielten viele nützliche Materialien.

Auch der persönliche Austausch sollte spätestens beim Besuch am Klagenfurter Christkindlmarkt und dem anschließenden Abendessen im Landhaushof nicht zu kurz kommen.

Schließlich erfuhren wir unter der Leitung von Frau Korenjak am letzten Vormittag alles Wissenswerte zum Thema VWA, wobei auch rege diskutiert wurde. Ganz viele brauchbare Tipps – z.B. zur angeratenen Vorgehensweise beim Verfassen einer VWA oder dazu, wie man bezüglich Umfang den Überblick nicht verliert (Richtwert: je 1 ½ Seiten Einleitung und Schluss sowie 3 große Kapitel [mit Unterkapiteln] zu je 6-7 Seiten – und die Studierenden laufen nicht Gefahr, die höchstens erlaubten 60.000 Zeichen zu überschreiten) – konnten hier wohl einige Unklarheiten beseitigen und vielleicht sogar Ängste nehmen.

Dass es noch viel mehr zu sagen bzw. auszutauschen gegeben hätte, versteht sich von selbst. In diesem Sinne wünschen wir uns noch zahlreiche weitere bundesländerübergreifende Seminare und bedanken uns ganz herzlich für die tolle Organisation.

2. Organisatorisches zur „Matura neu“ ab 2021 an österreichischen Abendgymnasien.

Mitschrift des Berichts von Lisa Albrecht, Präsidentin der ARGE Abendgymnasien Österreichs von Lothar Bodingbauer (ohne Gewähr für die Richtigkeit).

Neue Matura an Abendgymnasien: Beginnt zum Haupttermin 2021. Neu ist: Eine Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA), 3 oder 4 Klausurprüfungen mit Kompensationsprüfungen wenn negativ. 3 oder 2 mündliche Prüfungen ohne Spezialgebiete. Es gibt keine Matura in einer externen Fremdsprache mehr. VWA Thema muss am Anfang des 6. Semesters eingereicht werden. Abgabe in der ersten Woche des 8. Semesters. Für vorgezogene VWAs gelten eigene Fristen. Alle müssen also im Sommersemester 2020 einreichen, damit sie den Haupttermin 2012 abschließen können mit VWA. Sie können nicht kürzer abgeschlossen werden und sind an diese 3 Semester Bearbeitungszeit gebunden. Lehrer:innen betreuen 3 bis 6 Arbeiten über 8 Monate hinweg. Die Präsentation kann auch in einer Fremdsprache erfolgen. Die Anzahl der Themenbereiche: 2 pro Wochenstunden, maximal 18 Themen, das kann sich noch ändern. Latein und 2. Lebende Fremdsprache: 12 Themen. 3 Wochen nach Beginn des Maturasemesters müssen sie bekannt gegeben werden, 2 Themen werden gezogen, eines gewählt.

3. Mathematikmatura „neu“ an Abendgymnasien ab 2021

Mitschrift des Referats von Gerhard Hainscho, PH Kärnten (ohne Gewähr für die Richtigkeit).

Teil 1: 24 Grundkompetenzaufgaben, 1 Punkt pro Aufgabe. Arbeitszeit 120 Minuten.

Teil 2: 4 oder 5 gegliederte Aufgaben mit 2 oder mehr Fragen je Teilaufgabe und 1 pro Frage, in Summe gleich viele Punkte wie in Teil 1. Üblicherweise 4 mit A gekennzeichnete Fragen in Teil 2 betreffen Grundkompetenzen und können bei Bedarf zum Ausgleich von Defiziten in Teil 1 herangezogen werden. Arbeitszeit: 150 Minuten.

Erlaubte Hilfsmittel: Formelsammlung des Ministeriums, gewohnte Technologie, die zwingend erforderlich ist.
Korrekturanleitungen: Wofür ist dieser Punkt zu geben.
Kompensationsprüfungen: Aufschlüsselung der Leistungen, Grundkompetenz-Indikatoren / Leitfragen-Indikatoren. Noten 1-5. Bestmögliche Gesamtbeurteilung „Befriedigend“ zusammen mit der schriftlichen Mathematik-Matura.

Mündliche Reifeprüfung: 18 Themen, Vorbereitungszeit 20 Minuten, Prüfungszeit 10-20 Minuten. Transfer und Reflexion müssen für Mathematik entsprechend gedeutet/interpretiert werden. Reproduktion: Das, was man im Unterricht gelernt wurde. Transfer: Der heikle Punkt. Innermathematisch auf Anwendungssituation. Zusammenhänge von verschiedenen Themengebieten herstellen. Achtung: Das Thema selbst kann nicht verlassen werden. Reflexion: Nachdenken über Zusammenhänge, die nicht unmittelbar erkennbar sind.

Link: https://www.srdp.at

4. Inhaltliches zur gesamten „Reifeprüfung neu“

Inhaltliche Informationen zur „neuen Matura“ stellte Barbara Prokop (PH Klagenfurt) im Rahmen einer Tagung der Abendschullehrer:innen in Klagenfurt am 21. November 2018 vor. Hier die Eckpunkte ohne Gewähr für die Richtigkeit der Mitschrift.

Neue Reifeprüfung ist *die* Reifeprüfung. Drei Säulen werden unabhängig voneinander abgeschlossen: VWA, schriftliche Reifeprüfung, mündliche Reifeprüfung. Jede Säule muss positiv sein. Voraussetzung: Positiver Abschluss des letzten Moduls. Eine negative Note kann im Rahmen einer Wiederholungsprüfung zwischen Zulassungskonferenz und 1. Termin der schriftlichen Reifeprüfung gemacht werden. Bei einer negativen schriftlichen Reifeprüfung kann eine mündliche Kompensationsprüfung gemacht werden. Und trotzdem schon mündlich maturiert werden – da die Säulen unabhängig sind. (Matura plus 3 Antritte sind möglich). Wenn 5 Wochenstunden unterrichtet wurden, können auch Wahlpflichtfächer mündlich maturiert werden. Mündliche Prüfungen erhalten ihre Fragen aus „Themenpools“, aus denen zufällig zwei gewählt werden, von denen eine Frage bearbeitet werden muss – maximal 18. Pro Wochenstunde 2 Themen, die in Fachkonferenzen verbindlich beschlossen werden. In Latein und der 2. Lebenden Fremdsprache gibt es 12 Themen. Themenpools werden im November veröffentlicht, sie sind auch Entscheidungsgrundlage für die Studierenden. Sie können sich Jahr für Jahr verändern, je nach Schwerpunktsetzung. Die Aufgabenstellungen müssen in 10 bis 20 Minuten bewältigter sein. In der Unterrichtssprache und klassischen Sprachen muss von einem Text ausgegangen werden, in anderen Fächern von Materialien, die relevant und repräsentativ sind.

Die Aufgabenstellung erfolgt in drei Teilen.
1. Reproduktion (Beschreiben)
2. Transfer (Erklären)
3. Reflexion/Problemelösen (Erweitern)

Keine Monologe, der Dialog sollte schon im Vordergrund stehen. Die Kommission soll sich durchaus beteiligen.

Beschrieben werden die Aufgaben mit sogenannten Operatoren – das was man tun soll. Jedes Fach hat hier eigene Operatoren.

1. Reproduktion (Beschreiben/Wiedergeben): Reines Wiedergeben von dem, was man gelernt hat: Sachverhalte. Reproduktive Arbeitstechniken – eine, die ich im Unterricht gelernt habe.
benenne, arbeite heraus, beschreibe, ermittle, fasse zusammen, stelle fest, skizziere, schildere, definieren, berechne

2. Transfer (Erläutern/Erklären): Mit dem was man gelernt hat, Sachverhalte verknüpfen, auf andere Ebene bringen, schauen, wie ist es wo anders. analysiere, erkläre, vergleiche, werte aus, ordne zusein, unterrichte, begründe, weise nach, stelle gegenüber, charakterisiere

3. Reflexion (Erweitern/Problemlösen): Hypothesen entwickeln, Urteile bilden, reflektieren, diskutieren. erörtern, interpretiere, bewerten, beurteilen, kritisieren, entwerfen, diskutieren, überprüfen, Stellung nehmen, entwickeln.

Vorbereitungsstunden: 4 Stunden pro Prüfungsgegenstand, 20 SchülerInnen: kein Stoff, sondern Techniken, Prüfungssituationen, Operatoren klären. Stofflich wird man hier nicht wiederholen können.

Ablauf der Prüfung: 2 Themen werden vor der Kommission gezogen, ein Thema wird gewählt und in einem eigenen Vorbereitungsraum unter Aufsicht vorbereitet (mind. 20 Minuten, lebende Fremdsprache: mindestens 15 Minuten). Die Prüfung dauert 10-20 Minuten. Die Prüfungskommission ist kleiner. Schulleitung, Vorsitzende:r, Studienkoordinator:in, Fachprüfer:in, Beisitzer:in. Die Notenfindung braucht etwas Zeit, weil hier Fachprüfer und Beisitzer:in einen Beurteilungsraster durchgehen. Alle Unterlagen bleiben im Raum.

Prüfungsangaben für Kompensationsprüfungen werden nicht an der Schule erstellt. Lösungsschlüssel, Erwartungshorizont, alles dabei, Lehrer:innen können sich in wenigen Minuten einlesen. Alle Unterlagen bleiben im Raum. Die Gesamtnote wird nicht besser als Befriedigend sein, das könnte sich aber noch ändern.

5. Lebende Fremdsprachen und die neue Matura

Die standardisierte Reifeprüfung für lebende Fremdsprachen.
Referat von Barbara Prokop (PH Klagenfurt). Mitschrift ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Die standardisierte Reifeprüfung für lebende Fremdsprachen.
Referat von Barbara Prokop (PH Klagenfurt).

Es gibt mehrere Fremdsprachen.
Es gibt mehrere Niveaus.
Es ist relativ kompliziert und anders als in Mathe und Deutsch.
Ziel: Kein Wissen wird überprüft, nur kommunikative Kompetenz.
Hinweis: Man kann nie früh genug damit anfangen. Vom ersten Semester an. Mit Plan.

Schriftlich – erste lebende Fremdsprache (Englisch), Sprachniveau B2

4 Teile: Lesen, Hören, Sprache verwenden im Kontext, schreiben. Unterschiedliche Dauer. Drei Teile mit 4 Aufgaben, schreiben: 2 Aufgaben; Gleiche Gewichtung der Teile zu je 1/4. Vorher die Aufgaben lesen. Pausen sind extrem wichtig, die Schüler:innen müssen sehr konzentriert werden. Einschätzungen sollten schon während der Schulzeit entwickelt werden.

Zweite lebende Fremdsprache analog, Sprachniveau nicht B2 im allgemeinen, sondern B1 (außer Lesen B2 bei 6-jähriger Unterrichtszeit)

„Was könnt ihr machen, damit die Antworten kürzer werden „- da gibt es Tipps und Tricks für Schüler/innen.

Die unterschiedlichen Teile haben spezifische Aufgabenformate, es gibt immer von jedem Format Eines. Editieren gibt es auch (noch) – ein Wort passt in einen Kontext nicht hinein.

„Sprache im Kontext“ ist die einzige Rubrik, in der Sprache abgetastet wird: Grammatik, Orthografie. Alles. Das ist bei anderen Teilen nicht so. Entweder richtig oder falsch.

Beurteilungsrechner. Cut score: 60%, ein Teil kann unter 60% (bis 50%) liegen, dafür müssen andere Teile entsprechende Werte aufweisen. (Zwei Blöcke (Produktiver Teil (schreiben/Sprache im Kontext) / bzw. rezeptiv (hören/lesen) müssen einzeln über 50% sein.) Da kann sich schon auch ein 3-er ausgehen in Summe. Die beiden Blöcke sind also nicht kompensierbar. In 10%-Schritten in Richtung „Sehr gut“.

Korrekturen in mehreren Farben sind anzuraten, zu empfehlen. Blau: Erfüllung der Aufgabenstellung, grün, rot, orange … Fehler werden nicht mehr gezählt. Kommunikation soll erfolgreich sein. B2 heißt nicht „fehlerfrei“.

6. Gespräch

Mit zwei der Hauptreferent:innen im Gespräch: Barbara Prokop und Gerhard Hainscho von der Pädagogischen Hochschule Klagenfurt sprechen mit Lothar Bodingbauer über die kommende Matura. Welche Änderungen ergeben sich für Organisation und Unterricht. Zu hören als Episode im „Schulgespräch-Podcast“ des Wiener Abendgymnasiums.

Link: http://schug.sprechkontakt.at/schug023/

7. Tipps für die erfolgreiche Mathe-Matura

Für Studierende als Ergebnis des Gespräches mit Gerhard Hainscho

Sind Sie im 3. Semester und darunter? 2012 werden die ersten Studierenden nach der neuen Matura maturieren, so wie es schon die Tagesschulen länger kennen. Das betrifft Studierende, die jetzt im 3. Semester sind. Die wichtigsten Änderungen für Mathematik sind: jetzt lernen, wiederholen, kommunizieren, entwickeln, begeistern.

1. Jeder Abend, den Sie im Unterricht sind, bringt was. Jeder Tag, den Sie nicht da sind, schadet Ihnen. Reden Sie mit. Fragen Sie nach, mischen Sie mit. Regelmäßig.

2. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Auch aus den vorigen Semestern. Sie lernen nichts Unnützes in Mathematik. Es kommt zur Matura. Halten Sie es aktiv.

3. Mitlernen, gemeinsam lernen, Zusammenfassungen schreiben, Stunden nachbereiten, Hausübungen machen, Fragen vorbereiten. Die Matura funktioniert durch die Semester davor, nicht durch die letzten Wochen davor.

Schwerpunkt „Wissenschaft“

1. Schreibbegleitung an der Pädagogischen Hochschule Klagenfurt

Vorgestellt von Christina Korenjak am Weiterbildungsseminar für Abendschullehrer:innen zur neuen Reifeprüfung in Klagenfurt, November 2018. Mitschrift ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Kernaussagen und Erfahrungen:

Rohfassungen werden abgegeben. Überarbeitung gehört dazu. Dann werden die Texte besser.

Reife gehört zum Schreiben dazu, die haben viele Studierende noch nicht.

Es ist empfehlenswert mit Beispieltexten zu arbeiten.

Buchtipp: „Starke Schreibbegleitung“. Die Betreuersicht wird stark in den Blick genommen.

Studierenden ist häufig nicht klar, dass sie eine Fragestellung brauchen. Das kennen sie noch nicht. Troubleshooting funktioniert nicht. In den Jahren zuvor muss bereits Rücksicht genommen werden.

„Writing across the curriculum“: Noch weitgehend unbekannt.

Es wird eine Bandbreite in den Ergebnissen geben. Die Notenskala kann ausgeschöpft werden. An vielen Schulen wird auch Gnade vor Recht erteilt. Milde walten lassen.

Was ist der Anspruch an die verschiedenen Textsorten in der VWA: Einleitung, Abstrakt, Schlussteil. Das muss man lernen.

Phasen der Textproduktion:

1. Vorklärung: Formalia klären, Textverarbeitung, Zeit-Arbeitsplan/Betreuungsvertrag
2. Orientierung: Ideen sammeln, vorstrukturieren, Thema eingrenzen, Exposé oder Konzept verfassen
3. Recherche/Untersuchung: Dokumentieren, Literaturrecherche, Empirische Forschung durchführen
4. Strukturierung: Gliederung, Material ordnen, Inhaltsverzeichnis, Seitenordnung
5. Rohfassung: mit Einleitung und Schluss
6. Überarbeitung: nur eine Grobkorrektur durch Studierende; formal, inhaltlich, sprachlich
7. Endfassung

Erfahrung: 3-5 Einarbeitungstipps pro Treffen können Studierende verarbeiten, 3-5 Seiten vom Beginn genau korrigieren. Selbst dokumentieren. Mail schicken lassen: Was haben wir besprochen, was sind die nächsten Schritte.
Es dauert einige Jahre (5 Jahre Erfahrung aus Abschlussarbeit von Krankenpflegeschule), bis das bei allen ankommt – Lehrer:innen, Schüler:innen ankommen wird, dann ist es aber da. Der Beurteilungsraster ist eine wertvolle Hilfe.

2. VWA Manual Online

Am Wiener Abendgymnasium läuft derzeit eine unverbindliche Übung für erste Kandidat:innen, die eine VWA verfassen wollen. Dazu gibt es viele Internetseiten mit sehr viel Text. Ziel war, ein online Buch zu entwickeln, das einerseits Lust auf die eigene wissenschaftliche Arbeit macht, andererseits auch 32 Methoden vorstellt, die zur eigenen Forschungen verwendet werden können.

Link zum kostenlosen Online-Buch zum Durchblättern 

Derzeit werden Erfahrungen gesammelt. Rückmeldungen sind sehr willkommen.

Weitere Meldungen aus den Abendgymnasien

1. Abendgymnasium Frankfurt

Wer auf der Suche nach Ideen für Projekttage ist, dort werden wir fündig. Projektwochen gibt es dort jedes Jahr, die Darstellung auf der Homepage ist umfangreich. Link zur Website

2. Abendgymnasium Salzburg

Das Schulhaus wurde renoviert: Link zur Presseaussendung

3. Abendgymnasium Graz

Die neue Bibliothek wurde eröffnet. Link zur Facebook-Seite mit Video

4. Abendgymnasium Villach

Der Schriftsteller Josef Winkler hat am 5. Dezember 2018 am Abendgymnasium Villach gelesen.

5. Abendgymnasium Wien

Am Abendgymnasium Wien wurde ein Mathematik Onlinekurs mit Wörtern und Sprache für das 1. Semester entwickelt. Der Link kann über Smartphones bearbeitet werden. Link zum Online-Kurs

Links zu weiteren relevanten Artikeln und Beiträgen

  1. Schule ohne Papier: Deutsches Schulportal
  2. Religion in der Schule, sie ist nicht nur Privatsache: Link zum Standard-Artikel
  3. Was ist los mit Gymnasium und Matura in der Schweiz? Link zur Podcast Episode über digitales Lernen in der Schweiz (Tim Pritlove)
  4. Was kann der „AMS-Algorithmus“?: Johannes Kopf stellt vor. Link
  5. Frontal war gestern. Wie heute Schulen gebaut werden. Link zum Ö1 Beitrag (bis 24.12.2018 nachzuhören)
    Viele Schulgebäude folgen einem einfachen Prinzip. Entlang eines Korridors reiht sich Klassenzimmer an Klassenzimmer. Mittlerweile gilt die sogenannte Gangschule als überholt. Mit neuen pädagogischen Konzepten ändern sich die Anforderungen an das Gebäude als Lern- und Lebensraum. Es geht um Licht, Transparenz, flexible Raumlösungen und begrünte Pausenräume.
  6. Zu wenig Literatur in der Schule: „Wir müssen uns auf die Füße stellen“. Autoren und Germanisten wollen die Literatur aus der Defensive holen. Sie fordern, dass das schon in der Volksschule Thema ist – und dass sich bei der Matura etwas ändert. Link zum Presse-Artikel

Geselliges aus dem Abendgymnasium Linz

Foto: Marion Lasinger

Märchenhafter Abend vor der schönsten Punsch-Hütte im Umkreis des Abendgymnasiums von Marion Lasinger

Am 14.12.18 ließen sich vor, nach und während des Unterrichts geschätzte 111 bis 1001 Studierende beim ersten Putschstand seit 90 Jahren im Schulhof des Abendgymnasiums sehen.

Am Nachmittag wurde die im Hof befindliche Holzhütte ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt und in eine Punsch-Hütte verwandelt: Sie wurde mit Tischen, Geschirr, Kochtöpfen und Punschzutaten bestückt und sodann mit Lichterketten herausgeputzt.
 Stehtische mit Teelichten, Obst und Keksteller wurden aufgestellt und ansprechend drapiert.
 Oh! Was leuchtet da im Innenhof? Nein, noch nicht der Stern von Bethlehem, sondern die strahlenden Augen von Studierenden, Lehrenden und Absolventen. 
So etwas Nettes hat es in und vor diesem Haus schon lange nicht gegeben!
 Die genauen Ingredienzien der drei Punschtöpfe konnten nicht eruiert werden. Wie der Name schon sagt, braucht es für einen gelungenen Punsch 5 Zutaten: erstens die Idee, zweitens den idealen Ort, drittens Menschen, die gerne Taten setzen, viertens Freude am Feiern und fünftens viele nette Leute. Das nennt man dann: Abendgymnasium!

Ein großes Danke also den Organisatorinnen (Elke Höfler vom Absolventenverband) und Maria-Luise Walser (Idee usw.) sowie all denen, die geschleppt, dekoriert, gebacken, umgerührt, ausgeschenkt, abgewaschen und wieder aufgeräumt haben. 
Danke den Studierenden (insbesondere Calvin Pessl, Antonia Brandstetter und Bettina Irger), den Lehrern (WAL, WAI, BRU, STE, LAS, GRI, KRA, KAI…) und natürlich dem Schulwart, Herrn Steiner!

 


Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr 2019.

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