Heute findet um 15:30 Uhr eine Veranstaltung des United States Holocaust Memorial Museums statt, die sich mit den Opfern der nationalsozialistischen ‚Rassenhygiene‘ auseinandersetzt. Klicken Sie hier, um die Veranstaltung nachzuhören.
Das Mordprogramm der Nationalsozialisten auf einen Blick:
  • Auftrag Adolf Hitlers an Ärzte, dass bei kritischster Beurteilung des Krankheitszustandes von Patient*innen der „Gnadentod“ gewährt werden kann;
  • 1939: Aussendung von Meldebögen an alle Anstalten, Pflegeheime u.ä. um Krankengeschichte, Aufenthaltsdauer, Arbeitsfähigkeit und Prognose (Aussicht auf Heilung) zu erfassen;
  • Entscheidung der Gutachter über Leben oder Tod der erfassten Personen;
  • Bei Entscheidung auf Tod (d.h. Qualifzierung des Menschen als „lebensunwert“), Einlieferung der Personen in eigens eingerichtete Tötungsanstalten (z.B. Schloss Hartheim oder der „Jugendfürsorgeanstalt“ Am Spiegelgrund)
  • Brief an Angehörige über die Ernstheit des Gesundheitszustandes bzw. dass kaum Hoffnung bestehe;
  • Ermordung der anvertrauten Personen durch Vergasung, Giftspritze, Barbiturate, Zäpfchen u.ä.;
  • Verschleierung des Mordes durch falsche Angaben über den Todeszeitpunkt und die Todesursache;
Aussage der engagierten Krankenschwester Anna Wödl, deren Kind, Alfred Wödl, selbst von der Erfassung betroffen war:
„Ich will mein Kind haben! Sagt er, schauen Sie, was wollen Sie mit einem behinderten Kind? Sag I, es ist meine Sache, ich will mein Kind zurück haben! […] Ich wollt das Kind nicht aufregen, also war ich ruhig. Das Kind hat geplaudert. Am 23. ruft mich der Jekelius (Arzt, Anm.) Vormittag an: Ihr Kind ist gestern um halb 5 Uhr früh verstorben“ (Diagnose unbrauchbar – für Informationen zu dieser Dokumentation klicken Sie hier.)
Robert Wagemann was just four years old when his mother overheard Nazi doctors discussing plans to kill him because of his shattered hip. German officials falsely claimed that Helene Melanie Lebel died from a mental health episode, but she was actually gassed because of her disability.
During World War II, some medical professionals murdered patients who threatened the Nazis’ ideal of a “pure” German race. Life was cut short for an estimated 250,000 people under this program. Join us to learn about the victims—and the perpetrators, who instead of protecting their patients, ended the lives of those with mental and physical disabilities.
Guest
Dr. Patricia Heberer Rice, Senior Historian, United States Holocaust Memorial Museum
Host
Dr. Edna Friedberg, Historian, United States Holocaust Memorial Museum
Weitere Informationen finden Sie hier.
Bei Interesse können Sie sich auch diese Einführung des United States Holocaust Memorial Museums ansehen:

Bildnachweis:

Robert Wagemann, a physically disabled Jehovah’s Witness child, sits on his hospital bed in Berlin, circa 1942–43. US Holocaust Memorial Museum, courtesy of Robert Wagemann