… Ich bitte um Veranlassung, dass solche unmenschlichen Handlungen unterbleiben bzw. Dort gemacht werden, wo man sie nicht sieht.

Am 27. April 2019 organisierte das Abendgymnasium Wien unter Leitung von Prof. Christoph Buchner, Prof. Martin Söll und Prof. Daniel Leisser eine schul- und fächerübergreifende Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen. Die Exkursion wurde von der Arbeitsgemeinschaft Zweiter Bildungsweg und der Österreichischen Gesellschaft für Rechtslinguistik unterstützt. Im folgenden Beitrag wollen wir verschiedene Eindrücke der ExkursionsteilnehmerInnen wiedergeben.

Ich habe mich dafür entschieden, nach Mauthausen mitzufahren, weil ich noch nie dort war und es mich sehr interessiert hat. Weiters halte ich solche Exkursionen für sehr wichtig, da man mit Theorie allein nicht so viel erreicht. Studierende können sich im Geschichtsunterricht nicht so gut in die Situation der Menschen damals hineinversetzen. Es scheint so weit entfernt zu sein. Eine solche Exkursion kann Studierenden das Thema geographisch und emotional näher bringen. Sie sehen Geschichte mit eigenen Augen, die gegen Ende mit Tränen gefüllt sind. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die Aktualität eines Ereignisses nur bedingt damit zu tun hat wie lange es zurückliegt. Es ist sehr wichtig zu begreifen, wie schnell wir wieder in so eine Situation kommen können. Es ist vor allem sehr wichtig, dies als wahlberechtigter Mensch zu verstehen. — Sehr gut gefallen hat mir, dass die Führung auf Deutsch und Englisch angeboten wurde. Mir hat außerdem gefallen, dass der Tourguide auf Euphemismen weitgehend verzichtet hat, da Studierende so wirklich verstehen können, wie heftig es damals war, wie brutal, wie unmenschlich Menschen behandelt und getötet worden sind und wie willkürlich diese Taten waren. — Die Exkursion nach Mauthausen hat mich nicht nur nachdenklich gemacht, sondern auch sehr viele verschiedene Gefühle und Emotionen in mir ausgelöst. Wut, Enttäuschung, Trauer, Mitleid, aber auch Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass wir doch daraus gelernt haben und das nächstes mal verhindert werden kann, bevor es überhaupt zu einem nächsten mal kommt. — Ich würde jederzeit wieder auf ähnliche Exkursionen mitfahren und andere dazu bewegen, ebenfalls mitzukommen. Wie bereits erwähnt, halte ich es für eine gute Idee, (im Rahmen des Geschichteunterrichts) auf Exkursionen zu fahren, um sich das, was man in Geschichte lernt, auch wirklich vorstellen und die Relevanz und die Aktualität der Historie begreifen zu können. — Lea Möseler, Schulsprecherin bis 2019

 


Abbildung: Anzeige der Landwirtin E. Gusenbauer (Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

 


Abbildung: Totenbuch des NS-Standortarztes (Quelle: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

 

Fotos: Exkursionsgruppe u. Rosen, Todesstiege – Martin Söll; Konzentrationslager Mauthausen – Daniel Leisser

 

Hinweis: Dieser Beitrag wird noch überarbeitet.